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Pressespiegel: Comics und Cartoons.

6.2.06


POLITIK Streit und Massenkrawalle um Mohammed-Karikaturen: "Mohammed mit einer Bombe als Turban - diese und andere Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" haben die moslemische Welt empört. Die politischen Verwerfungen daraus sind gravierend - für die einen geht es um die Unantastbarkeit des Propheten, für die anderen um Presse- und Meinungsfreiheit. Eine Chronologie." (Tagesschau.de, 06.02.2006)

"Innerhalb weniger Tage ist der Streit um zwölf Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung dramatisch eskaliert. Der "Kampf der Kulturen" erscheint plötzlich nicht mehr nur als abgehobene Theorie, eine umstrittene zumal." (Financial Times Deutschland, 03.02.2006)

"Der Chefredakteur von France Soir wurde entlassen, nachdem er eine der umstrittenen dänischen Karikaturen auf der Titelseite veröffentlicht hatte. Der ägyptische Herausgeber der Zeitung, Rami Lakah, in der Presse seines Heimatlandes wegen seiner Nähe zu amerikanischen Neokonservativen immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt, könnte damit sein Image verbessern, [extern] mutmaßt ein ägyptischer Insiderblog." (Heise.de, 03.02.2006)

"Im Streit um den Nachdruck von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen drohten radikale Palästinenser damit, Europäer im Westjordanland zu entführen, sollten sich die Regierungen der Länder nicht für den Abdruck der Cartoons entschuldigen. In Nablus wurde ein Deutscher verschleppt, der nach kurzer Zeit aber wieder freigelassen wurde." (BBV-Net, 02.02.2006)

"Für den Leiter des Hamburger Orient-Instituts, Udo Steinbach, steht fest, dass sich solche Konflikte in Zukunft häufen werden. Mit unabsehbarer Brisanz, wie die Ermordung des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh und die Todesdrohungen gegen Salman Rushdie wegen seines Buches "Die Satanischen Verse" zeigen." (Oberpfalznetz, 03.02.2006)

"Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat die Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Deutschland kritisiert." (APA/AP/Der Standard.at, 04.02.2006)

"Al-Jazeera-Chef Khanfar, dessen Sender den Streit mit einer Reportage ausgelöst hatte, sieht die Cartoons als "nur beleidigend". Für Ägypten ist die dänische Entschuldigung unzureichend. Hunderttausende Iraner demonstrierten." (Die Presse.com, 03.02.2006)

"Der Chefredakteur der jordanischen Zeitung "Shihan" ließ drei der heiß umstrittenen Mohammed-Cartoons drucken und stellte in seinem Kommentar die Frage: Was ist schlimmer? Solche Bilder oder Selbstmordanschläge? Seine Herausgeber antworteten mit seiner sofortigen Entlassung." (Spiegel Online, 03.02.2006)

"In New York forderte UNO-Generalsekretär Kofi Annan, die Pressefreiheit müsse immer den Glauben aller Religionen respektieren. Missverständnisse und Abneigung kultureller und religiöser Art müssten durch friedlichen Dialog überwunden werden. Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin rief zu einer Versöhnung zwischen Pressefreiheit und Respekt auf. Man solle alles vermeiden, was unnötige Verletzungen hervorrufe." (KIPA, 03.02.2006)

"Im Iran demonstrierten Hunderttausende nach dem Freitagsgebet gegen eine „Verunglimpfung des Propheten“ durch den Westen. Die Demonstranten skandierten Slogans wie „Diese Beleidigung bleibt nicht ohne Antwort!“ sowie „Tod Amerika“ und „Tod Israel“." (Wiener Zeitung.at, 04.02.2006)

"Der Konflikt um die umstrittenen Mohammed-Karikaturen verschärft sich: In Damaskus setzten syrische Demonstranten skandinavische Botschaften in Brand. Die arabischen Regimes befördern den Protest - auch wenn er ihnen selbst gefährlich werden könnte." (Spiegel Online, 04.02.2006)

"Während auch andere Helden der Meinungsfreiheit in Europa glaubten, sie könnten sich billig auch noch schnell als Leuchttürme der Freiheit aufbauen, wissen "Jyllands-Posten" und Rasmussen mittlerweile nicht mehr, wie sie möglichst unbeschadet von diesem Sockel wieder herunterkommen können." (Spiegel Online, 04.02.2006)

"Nach gewalttätigen Demonstrationen in Syrien und Palästina hat sich nun auch der Vatikan zum Cartoonstreit geäußert. Die Karikaturen Mohammeds seien falsch. Die Meinungs- und Redefreiheit enthalte kein Recht, die religiösen Gefühle der Gläubigen zu verletzen." (agö/reuters/Spiegel Online, 04.02.2006)

"Rund 500 Muslime haben auf dem Wiener Ballhausplatz gegen die umstrittene Veröffentlichung von Karikaturen über den moslemischen Propheten Mohammed demonstriert." (Networld.at, Datum unbekannt)

"Mit dem Abschneiden der Zunge oder mit Geldstrafe wurde einst bestraft, wer Gott schmähte. Doch auch unter der freiheitlichen Ordnung des Grundgesetzes ist die „Lästerung Gottes” strafbar. So hieß der Straftatbestand bis 1969." (FAZ.net, 05.02.2006)

"Die Organisation der islamischen Konferenz (OIC), ein Zusammenschluss von 57 islamischen Ländern, stimmte heute einem Treffen mit dem dänischen Außenminister Per Stig Møller über die umstrittenen Mohammed-Karikaturen zu. Im Außenministerium in Kopenhagen hieß es, das Ziel des Treffens sei es, die in den vergangenen Tagen ausgeweiteten Straßenproteste gegen die in Dänemark von der Zeitung "Jyllands-Posten" veröffentlichten Zeichnungen einzudämmen." (Spiegel Online, 05.02.2006)

"Die Demonstrationen gegen Karikaturen, die schon vor vier Monaten veröffentlicht wurden, begannen in Wirklichkeit mit einer Fälschung. Um zu zeigen, wie beleidigend die Abbildungen des verehrten Religionsgründers seien, fügten dänische Imame den veröffentlichten Karikaturen noch vier weitere Bilder hinzu, die den Propheten als Schwein und in unflätiger sexueller Position darstellen." (NTV.de, 05.02.2006)

"Eine unabhängige ägyptische Wochenzeitung plant, einige der umstrittenen Mohammed-Karikaturen abzudrucken. Der Chefredakteur erklärte, er wolle damit die Verwerflichkeit der Zeichnungen unterstreichen." (agö/apSpiegel Online, 05.02.2006)

"Die US-Regierung verurteilte einzig die Botschaftsrandale in Damaskus »auf das Schärfste«. Verantwortlich für diese Angriffe sei die syrische Regierung, behauptete der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Daß die Regierung die diplomatischen Vertretungen trotz vorheriger Drohungen nicht geschützt habe, sei »nicht zu entschuldigen«, so McClellan weiter. Übergriffe dieser Art seien in Syrien nicht ohne Wissen der Regierung möglich." (Junge Welt, 06.02.2006)

"Ungeachtet der Proteste in der islamischen Welt gegen die in Zeitungen veröffentlichten Karikaturen von Mohammed plant die EU-Ratspräsidentschaft dazu keine Krisensitzung." (apa/Vorarlberg Online, 06.02.2006)

"Wegen der umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen sind am Wochenende in der Steiermark Austräger der "Kleinen Zeitung" in den "Ausstand" getreten." (Networld.at, Datum unbekannt)

"Aus Protest gegen die in europäischen Zeitungen erschienenen Karikaturen des islamischen Religionsstifters Mohammed haben Demonstranten in der iranischen Hauptstadt Teheran die österreichische Botschaft angegriffen. " (ORF.at, Datum unbekannt)

"Die Tageszeitungen Magyar Hírlap und Népszabadság sind mit dem Nachdruck von Karikaturen, die den Propheten Mohammed als Terroristen mit einem Turban als Zeitbombe zeigen, in eine zunehmende internationale Kontroverse verwickelt worden." (Budapester Zeitung, 06.02.2006)

"Vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin verurteilte Bundeskanzlerin Merkel die dramatische Entwicklung der muslimischen Proteste. Die Anwendung von Gewalt sei nicht akzeptabel." (Giga.de, 06.02.2006)